Tangas im Sechserpack

 

Zorner Fastnachter machen die Morsbachhalle zum närrischen Discounter

 

Hans-Joachim "Jockel" Becker lässt in der Morsbachhalle Prinz Bibi auferstehen. Foto: wita/Martin Fromme

Aar-Bote vom 06.02.2018 / Thorsten Stötzer

 

ZORN - „Geiz ist geil“, meint der Schnäppchenjäger und reimt darauf ein „Waidmannsheil“.

Jürgen Jung berichtet in der Kappensitzung der Zorner Feuerwehr von Tangas im Sechserpack und 600-Quadratmeter-Fliesen aus Sonderangeboten, die er mittlerweile im Keller eingelagert hat.

„Dann geh’ doch nach Zorn!“, lautet das Motto, unter dem die Morsbachhalle zum NarrenDiscounter geworden ist.

 

Statt Sitzungspräsidenten gibt es zwei Marktleiter – „Jockel“ Becker und Frank Stutzmann –, die im Komitee die Einzelhandelskaufleute Dirk Salzmann, Udo Balzer und Oliver Engelhardt an ihrer Seite haben. Alles zum Kilopreis von 7,99 Euro ist in den Kulissen zu lesen, als sie mit einem Einkaufswägelchen einziehen. 

 

Als ersten Knüller im Sortiment offerieren sie den Zorner Boten Achim Schwamb.

Während Schnäppchenjäger Jürgen Jung staunt, wie günstig  Christbäume ab dem27.

Dezember werden, kann Bote Achim Schwamb dem „Weihnachtsbaumkrüppel“ in der Zorner Ortsmitte mal wieder nichts abgewinnen. Außerdem kritisiert er, dass die Linienbusse das Dorf immer mehr links liegen ließen. 

 

Im Mittelpunkt steht aber nach wie vor der Stammtisch, von dem Harald Schmelzeisen erzählt.  „Wir sitzen am runden Tisch und saufen, bis er eckig ist“, heißt ein Slogan der Stammtischbrüder. „Beim Manni“ wird ebenso übers Einkaufen geredet. Dabei herrscht

Verwunderung, dass es für Kondome, die zum Fremdgehen gedacht sind, trotzdem Treuepunkte an der Supermarkt-Kasse gibt. Brennholz zu verleihen, scheint übrigens kein gutes Geschäftsmodell zu sein für eine Ich-AG.

 

Erfolgreich verlaufen ist hingegen die Sanierung der Toiletten in der Morsbachhalle, wofür die Gesangsgruppe Haraldos ein Lied geschrieben hat.

 

Mit Gitarre und Musik ist zudem Leon Salzmann bei der Kappensitzung mit dabei. Er fragt sich, ob Männer, die Macho und Weichei zugleich sein sollen, am Ende zum Matsch-Ei mutieren. 

 

Das Verhältnis von Frauen und Männern beleuchtet auch Frank Stutzmann in seinem Vortrag.

 

Aktive beider Geschlechter sorgen für schillernde Tänze.

Das Zorner Männerballett, bestehend aus Feuerwehrleuten und Freunden, interpretiert Star Wars. Die Formation Jamenias aus Kemel macht sich als Amazonen auf in das untergegangene Atlantis. Mit den kleinen Zorninis geht es zum König der Löwen. 

 

Ein Pechvogel in der Bütt ist dagegen Heiko Schmidt: Selbst die Mandel-OP läuft schief.

 

Durch verwandtschaftliche Beziehungen hat eine Tanzgruppe aus dem rheinlandpfälzischen Gutenacker den Weg nach Zorn gefunden, wo anderntags die Sitzung noch einmal für Heidenrods Senioren dargeboten wird. 

 

Höhepunkte sind die Beiträge des gebürtigen Mainzers „Jockel“ Becker, der frei nach Herbert Bonewitz Prinz Bibi auferstehen lässt. Zum Finale lässt er stimmsicher den Dom wackeln – und der Einkaufswagen schwankt mit.

   
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